Zukunft sichern - Abrüsten!

Bundeswehr abschaffen!

Wozu Bundeswehr?

Für Frieden, Sicherheit und Menschenrechte?       

Beispiel Afghanistan: 20 Jahre ISAF- Besatzung konnten keinen Rechtsstaat schaffen. Die Macht liegt bei feudalen Stammesfürsten und warlords. Menschenrechte, Frauenrechte, Demokratie - das waren nachgeschobene Gründe, so der Ex- Verteidigungsminister Guttenberg. In Wirklichkeit ging es um Machtpositionen, strategische Stützpunkte, Zugriff auf die Rohstoffe im Mittleren Osten, um unsere Wirtschaftsinteressen (so auch Ex Präsident Köhler, dann zurückgetreten).

Zum Krieg in Afghanistan vgl unser Faltblatt von 2009  "Verhandeln statt schießen"

(nicht mehr aktuell, wird nicht mehr aufgelegt)


Jetzt (April-Juni 2021) wird die Bundeswehr aus Afghanistan abgezogen.

Afghanistan: Nichts geht mehr. Geht nichts mehr? eine differenzierte Analyse im heft von medico international


Nachfolgend eine kritische Bewertung aus der DFG-VK Schleswig-Holstein:

Bedingungsloser Abzug von NATO und Bundeswehr aus Afghanistan

Nach fast 20 Jahren Kriegsbeteiligung in Afghanistan zieht die Bundeswehr fluchtartig ab. Die unterschiedlichen formulierten und heimlichen Kriegsziele wurden alle nicht erreicht. Der Einsatz war sinnlos, die Soldat*innen wurden von den Bundesregierungen missbraucht. Konflikte können mit Militär nicht gelöst werden. Am 1. Dezember 2001 trafen die ersten Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr in Afghanistan ein. Ihr vorgeblicher Auftrag war, die afghanische Regierung im Kampf gegen den Terrorismus von Al Kaida und der Taliban zu unterstützen. Zusammen mit den Soldat*innen aus anderen NATO-Staaten sollte angeblich der Terrorismus erfolgreich bekämpft und demokratische Strukturen aufgebaut werden.  Der Militäreinsatz wurde als  „Friedensmission“ verharmlost und sollte für ein Afghanistan sein, „das für sich sorgen kann“, hieß es 2001 aus dem Verteidigungsministerium. Bundeskanzler Schröder, er war bis 2005 Kanzler, teilte in einer Regierungserklärung im Dezember 2001 mit: „Der Afghanistaneinsatz ist unsere Antwort auf den Terror“. Als unausgesprochenes hintergründiges Ziel strebten Schröder und sein Außenminister Fischer einen ständigen Sitz im UN Sicherheitsrat an.

Es gibt keinen gerechten Krieg

Dargestellt wurde der Krieg der NATO in Afghanistan als „Aufbauhilfe,  Beitrag zur Demokratisierung“. Dafür wurden immer mehr Soldat*innen und Kriegsgerät ins Land geschafft. 2003 übernahmen die NATO-Armeen Besatzungsfunktionen in den Provinzen, die Bundeswehr im Norden mit Stützpunkten in Mazar, Kunduz und 2004 in Faizabad.

Am 4. September 2009 wurden auf Befehl des Bundeswehroberst Klein Zivilist*innen, darunter auch Kinder, bombardiert, die sich von einem festgefahrenen LKW Benzin abgezapft hatten. Bei dem Bombenangriff kamen mehr als 100 Menschen ums Leben, viele wurden verletzt. Für dieses Kriegsverbrechen wurde niemand zur Rechenschaft gezogen. Der Staatsanwalt stellte fest, die Bombardierung enthält alle subjektiven und objektiven Tatmerkmale des Mordparagraphen, die Ermittlungen gegen Oberst Klein wurden dennoch eingestellt und er wurde zum General befördert.

2014 wurde schon einmal ein Abzug aus Afghanistan angekündigt. Die Bundeswehr  ist für die Unterstützung und Ausbildung der afghanischen Armee beauftragt geblieben, Kunduz und Faizabad waren schon geräumt. Es sollte ihr Beitrag zur Niederschlagung der Aufständischen sein. Soldat*innen, die von der Bundeswehr ausgebildet wurden sind, desertierten und flohen oder schlossen sichden Taliban  oder anderen Aufständischen an. Die Bundeswehr hat diejenigen ausgebildet, die sie eigentlich bekämpfen wollte.

Ausbau des Drogenanbaus und -handels, Zerstörung der Infrastruktur, Hunger und Verelendung, die Kindersterblichkeit ist eine der höchsten in der Welt, ein zerstörtes Bildungssystem, eine zerstrittene Regierung mit steigender Korruption, haben das Ziel der sogenannten „Friedensmission“ ins Gegenteil verkehrt. Die Taliban konnten sich die Macht im Land sichern,

Kapitulation

Von Januar bis April 2021 stieg der Anteil der durch Anschläge getöteten Zivilist*innen um 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Das sind 10.439 Menschen mehr als im 1. Quartal 2020. Während die Bundeswehr am 1. Mai mit dem Abzug ihrer Truppen begonnen hat, kamen mindestens 16 Menschen durch eine Autobombe zu Tode und 65 wurden verletzt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind im fast 20jährigen Krieg in Afghanistan mindestens 300.000 Menschen getötet worden. 

Die Soldat*innen der Bundeswehr lassen mit ihrem  Krieg, der nicht Krieg genannt werden sollte ein zerstörtes Land zurück.  Die Islamisten sind stärker als zuvor. Die Bundeswehrsoldat*innen sind in den 20 Jahren ihres Militäreinsatzes Opfer von Selbsttäuschung geworden, sie wurden von den Bundesregierungen und der Parlamentsmehrheit missbraucht. Mit ihrem Abzug besiegeln sie das Scheitern.

Soldat*innen sind Opfer verantwortungsloser Militärpolitik

Etwa 150 000 Soldat*innen der Bundeswehr waren in Afghanistan im Krieg. 59 kamen dabei ums Leben, 35 bei Kampfhandlungen. Ihnen wurde posthum der Orden für besondere Tapferkeit verliehen. Wie viele Soldat*innen aufgrund ihrer Kriegserlebnisse traumatisiert sind ist aufgrund der Dunkelziffer ungewiss. Sie haben im Kriegsalltag hilflos mitansehen müssen, wie Zivilist*innen, darunter auch Kinder, Kamerad*innen, auch die der anderen NATO-Armeen getötet oder verletzt worden sind oder wurden auch selbst verletzt. Der Schaden, den sie an ihrer Seele genommen haben, ist auf den ersten Blick nicht sichtbar. Unter der Posttraumatischen Belastungsstörung leiden nicht nur sie selbst sondern auch ihre Familienangehörigen und ihr soziales Umfeld. Für Soldat*innen mit Posttraumatischer Belastungsstörung hört der Krieg nicht auf.

Krieg in Afghanistan gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit

Bei Meinungsumfragen in der bundesrepublikanischen Bevölkerung gab es durchgängig mindestens eine Zweidrittelmehrheit gegen den Kriegseinsatz in Afghanistan. Die Mehrheitsmeinung ignorierend, haben die Mitglieder des Bundestages mehrheitlich für Krieg gestimmt. Rückhalt in der Bevölkerung hat es für die Soldat*innen in Afghanistan nie gegeben. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Bundeswehr eine „Parlamentsarmee“. 12 Milliarden und 156 Millionen Euro, dazu sogenannte Aufbauhilfen und Entwicklungshilfen in Höhe von 430 Millionen Euro, die größtenteils für Militär und Polizei eingesetzt wurde,  wurden sinnlos für den Krieg verschwendet.

Abschiebestopp und Offene Grenzen

In Afghanistan gibt es keine Sicherheit für Menschen.Während die Bundeswehr versucht, den Soldat*innen einen sicheren Abzug aus Afghanistan zu sichern, wird von rassistischen Politiker*innen behauptet, es gebe in Afghanistan sichere Gebiete, in die Menschen abgeschoben werden können. Alle Menschen, die aus Afghanistan schon geflüchtet sind und auch diejenigen, die sich hier bei uns in Sicherheit bringen wollen, brauchen ein sicheres und dauerhaftes Bleiberecht. Das ist unsere politische Verantwortung.

Afghanistan ist der Friedhof für Imperialisten und Invasoren

Vor 2300 Jahren scheiterte Alexander der Große daran, Afghanistan zu erobern.

1839 versuchten die Briten das Land zu besetzen und scheiterten. 12.000 Zivilisten, 690 britische und 2840 indische Soldaten und mussten drei Jahre später nach militärischer Niederlage abziehen. Nur der Militärarzt Bryder überlebte den Abzug. 1858 schrieb Theodor Fontane das Gedicht: „Das Trauerspiel von Afghanistan“ dessen letzte Zeile lautet:  „Mit 13.000 der Zug begann – einer kam heim aus Afghanistan“. 

Von 1979 bis 1989 intervenierte die Sowjetarmee in Afghanistan und musste am Ende erfolglos abziehen. Afghanistan wurde zu einem Sargnagel der Sowjetunion.

Aus dem Afghanistankrieg lernen

Abzug der Bundeswehr aus Mali. Auch dort destabilisiert der Kriegseinsatz eine ganze Region und der Krieg weitet sich auf die Nachbarstaaten im Sahel aus.

Bundeswehr abschaffen. Menschenrechte, Demokratie, Wohlstand und Sicherheit können nicht durch Soldat*innen und Krieg erreicht werden. Der Einsatz von Militär ist keine Geopolitik sondern Kriegsführung und verschlimmert das Elend.

Politiker*innen, die Krieg als Friedensmission deklarieren und sich an der Vorbereitung von Kriegshandlungen durch Zustimmung beteiligen und Krieg als politische Strategie gut heißen sind nicht wählbar.

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Der vorstehende Text ist eine Einschätzung der DFG-VK Schleswig Holstein. hier zu finden:

https://www.bundeswehrabschaffen.de/flugblatt-afghanistanabzug

 


Ist die Bundeswehr noch zeitgemäß?                   Thomas Rödl         6.6.2019

Die Aufgaben der Bundeswehr sind unklar und die Auslandseinsätze der Bundeswehr finden wenig Unterstützung in der Bevölkerung.

Deutschland ist nach dem Ende des Kalten Krieges nur von Freunden umgeben. Soll die deutsche Bundeswehr zur „Verteidigung“ der baltischen Republiken eingesetzt werden? Dieser Gedanke ist äußerst unpopulär. Russland wird jetzt wieder als Feind betrachtet. Die „Annexion“ der Krim, mit den darauf befindlichen strategischen Stützpunkten Russlands ist eine gut verständliche Reaktion auf die Ost-Expansion der NATO. Die Hauptkampflinie zwischen Ost und West liegt jetzt 1000 km näher an Moskau. Russland stellt neue atomare Marschflugkörper auf, die die neuen Stützpunkte der NATO in Polen, Rumänien und im Baltikum bedrohen können. Ein Krieg mit Russland ist nicht durchzustehen, schon gar nicht wenn Atomwaffen eingesetzt werden.

Wäre es nicht besser, mit Russland zu verhandeln, Rüstungskontrollverträge einzuhalten, vertrauensbildende Maßnahmen wieder zu beleben, keine Manöver vor der russischen Haustüre zu veranstalten? Zu einer Politik der Entspannung und Zusammenarbeit zurück zu kehren, die in den 70er und 80er Jahren zur Verringerung der Gefahr eines Atomkrieges wesentlich beigetragen haben. US- Präsident Trump vertritt ganz offensichtlich die Interessen der US- Energiekonzerne, Menschen- und Völkerrecht sind im herzlich egal. Sein Interesse ist aber auch, Europa zu spalten und in einen neuen Rüstungswettlauf zu treiben.

Was soll die Aufrüstung der Bundeswehr? Mit 2% vom Bruttoinlandsprodukt noch mehr Panzer, Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge zu kaufen, wird unsere Probleme nicht lösen. Im Gegenteil - diese Mittel wären besser investiert für nachhaltige Energieversorgung und Wirtschaftsmethoden. Wer sich vom Erdöl Schritt für Schritt unabhängig macht, braucht auch keine Raubkriege für Ölquellen unterstützen.

Deutschlands oberstes Interesse ist es, in Frieden zu leben. Wenn wir wollen, dass andere Staaten Völkerrecht und Menschenrecht respektieren, müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen.

Für eine Übergangszeit kann die Bundeswehr technische und humanitäre Hilfe leisten. Ansonsten ist sie überflüssig. Nur Entspannungspolitik, allgemeine Abrüstung, Zusammenarbeit und friedliche Streitbeilegung haben eine Zukunft.


Wozu Bundeswehr?

 

Verantwortung zum Schutz der Menschen?

Die Staaten haben eine internationale Verantwortung, wenn in einem Land Menschen verfolgt, unterdrückt oder gar massenhaft getötet werden. Diese Verantwortung übernehmen heißt, mit politischen, diplomatischen, wirtschaftlichen Mitteln rechtzeitig zum Schutz der Menschenrechte eingreifen. Im Widerspruch dazu liefert Deutschland (wie die meisten anderen Großmächte) Waffen, schürt Konflikte, unterstützt feudale und diktatorische Regimes (z.B. Saudi Arabien)

Die Vereinten Nationen könnten diese Aufgabe übernehmen, aber im Sicherheitsrat sitzen die größten Waffenhändler und die Regierungen, die am häufigsten gegen Völker- und Menschenrechte verstoßen. Eine "Polizeitruppe" oder "Sicherheitskräfte" auf der Grundlage der UNO-Charta und unter neutralem Kommando könnte vielleicht in bestimmten Situationen Völkermord oder Verbrechen verhindern. (Konzeptpapier mit Thesen zu einer Polizeitruppe der UN)

"Sicherheitskräfte der Vereinten Nationen" sind hier skizziert im Manifest der Münchner Friedenskonferenz: Schutz der Menschenrechte durch Prävention

Die Interventionskriege der letzten 20 Jahre dienten der Durchsetzung der Interessen der NATO- Staaten, allen voran die USA: Beseitigung mißliebiger Regime (Afghanistan, Irak, Lybien, Syrien,), Zerschlagung des (damals noch) sozialistischen Jugoslawien.

Nur internationale Nicht-Regierungsorganisationen können glaubwürdig zum Schutz der Menschenrechte eingreifen. (vgl. zivile Konfliktbearbeitung)

Viele verbrecherische und diktatorische Regime wurden in den letzten 100 Jahren durch gewaltfreie Massenaktionen gestürzt. (Warum die Gewaltfreiheit funktioniert...)

Verantwortung zum Schutz der Menschen bedeutet: Stopp von Waffenlieferungen, Unterbindung des illegalen Waffenhandels, Abrüstung und Entmilitarisierung der Konflikte. (Siehe auch unser Faltblatt zum Thema Flucht)


Aktuell (Feb. 2021) Diskussion über Polizeikräfte im Rahmen des Konzeptes "Sicherheit neu denken"

im Programm der Münchner Friedenskonferenz ; Video Thema Polizeikräfte

Kampf gegen den Terrorismus?

Es braucht keine militärische Basis in einem Land, um irgendwo auf der Welt terroristische Anschläge begehen zu können. Der „Krieg gegen den Terror“ der USA ist nur ein Vorwand, um Regime zu stürzen, strategische Positionen zu besetzen und politische Gegner der USA zu bekämpfen. Dieser Krieg beseitigt keinerlei Ursachen terroristischer Anschläge, sondern produziert im Gegenteil laufend neue terroristische Gewalt.

Terroristische Gewalttäter müssen mit rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt werden. Mehr dazu:

http://www.friedenskonferenz.info/IFZivileUNOundKriegegegenTerror_ber_G_umfo.pdf

 

Sicherung der Handelswege

Wer bedroht die internationale Schifffahrt? Welche Staaten haben eine hochseefähige Marine, die Handelsschiffe angreifen kann? Die meisten davon sind in der NATO. Deutschland liefert U-Boote und Kriegsschiffe an alle möglichen Staaten, wer weiß wozu diese Kriegsschiffe einst verwendet werden. Die deutsche Marineindustrie schafft die künftige Bedrohung, gegen die wir uns jetzt schon rüsten müssen. Unter dem Deckmantel der Sicherung des freien Handels über die Weltmeere verschafft sich Deutschland derzeit eine Kriegsmarine, die monatelang auf See operieren und vom Meer aus fremde Küstenregionen angreifen kann.

Mehr dazu: http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1781

Ein allgemeiner Stop der Aufrüstung der Kriegsflotten weltweit wäre wohl am besten für die künftige Sicherheit des Welthandels. Zu solche zivilen und diplomatischen Initiativen sind die führenden Parteien hierzulande nicht in der Lage.

Zur Aufrüstung der Marine weitere Infos - ein Flugblatt der DFG-VK Flensburg.

Zugriff auf Rohstoffe

Die verteidigungspolitischen Richtlinien der BRD benennen seit 20 Jahren die Freiheit der Handelswege und den Zugang zu Rohstoffen als Ziel deutscher Militärpolitik. Wie viele Menschen darf ein Staat ermorden, um den Zugang zu Ölquellen unter eigener Kontrolle zu haben? Und was darf das kosten? Wenn alle Staaten sich das Recht nehmen „ihre Rohstoffe“ zu sichern, ist eine neue Phase imperialistischer und neokolonialer Raubkriege vorprogrammiert. Die Interventionskriege und die Militärmaschinerie verschleudert die Rohstoffe, die sie sichern sollen.

Die traditionelle militaristische Denkweise, die Krieg als legitimes Mittel der Politik betrachtet, der Einfluß der Rüstungslobby und der Ölindustrie verhindert kreative Lösungen.

Viele Menschen entziehen sich schon dieser Logik: Sie nutzen Sonnenenergie, betreiben Recycling, verweigern sich der Wegwerf-Mentalität und der Wachstumsideologie.

Anders wirtschaften: Seltene und teure Rohstoffe müssen komplett recycelt werden; Öl als Energieträger wird schrittweise abgelöst; Erdölprodukte werden durch andere ersetzt usw.

Rohstoffreserven müssen international gerecht verteilt werden. Das erfordert Verhandlungen auf Augenhöhe zwischen allen betroffenen Staaten und den Aufbau gerechter internationaler Wirtschaftsbeziehungen.

Ein Vorrecht der wirtschaftlich und militärisch stärkeren Staaten, wie es die NATO-Staaten für sich in Anspruch nehmen, steht im Widerspruch zum Völkerrecht und zu den vielgepriesenen Werten unserer Zivilisation.

Krieg um Rohstoffe sind keine Lösung und nutzen nur kurzfristig dem Militär und der Rüstungsindustrie.


Soll die Bundeswehr zur stärksten Armee in Europa werden?

aktuelle Debatten kreisen um eine angeblich unzulängliche Einsatzfähigkeit der Bundeswehr und darum, dass diese weniger Geld bekäme als sie benötige und Deutschland der Nato versprochen habe. Diese Darstellungen täuschen darüber hinweg, dass die Bundeswehr vermutlich schon in wenigen Jahren die mit Abstand stärkste Armee Westeuropas sein wird. (aus einer Mitteilung der Aklademie Bergstraße)

Weiterlesen .



Material: Faltblatt "Wozu Bundeswehr" (überarbeitet und neu aufgelegt Juni 2016)
www.bundeswehrabschaffen.de/cms/index.htm


Warum PazifistInnen Militär grundsätzlich ablehnen. Mehr dazu


Die Aufgaben der Bundeswehr nach offiziellen Dokumenten

Zusammenstellung von Dokumenten, die die Aufgaben der Bundeswehr beschreiben; von Clemens Ronnefeldt, Oktober 2020

Das Jahr 1992 leitete eine Wende ein: Weg von der Landesverteidigung hin

zur Verteidigung von Rohstoffen und zum Zugang von Märkten:

 

Verteidigungspolitische Richtlinien

„... Dabei lässt sich die deutsche Politik von vitalen

Sicherheitsinteressen leiten: ... Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zugangs zu Märkten und Rohstoffen 

in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordung“.

Quelle: Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.), Bonn, 26.11.1992.

(Hinweis von C. Ronnefeldt: Im Januar 1992 tauchte im „Stoltenbergpapier“, benannt nach dem damaligen Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg, erstmals die Forderung nach dem Aufbau von „Krisenreaktionskräften“ auf. Im November 1992 wurde diese Forderung durch die „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ unter seinem Nachfolger Volker Rühe verbindlich.)

Aus dem Weißbuch der Bundeswehr 2006:

"Deutschland, dessen wirtschaftlicher Wohlstand vom Zugang zu Rohstoffen, Waren und Ideen abhängt, hat ein elementares Interesse an einem friedlichen Wettbewerb der Gedanken, an einem offenen Welthandelssystem und freien Transportwegen“.  

Quelle:  Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): Weißbuch 2006 zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, Berlin 2006, S. 19.

Das nachfolgende Interview des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler führte zu einer heftigen Debatte, die mit dem Rücktritt von Horst Köhler endete:

https://www.deutschlandradio.de/sie-leisten-wirklich-grossartiges-unter-schwierigsten.331.de.html?dram:article_id=203276

Bundespräsident Horst Köhler am 22.5.2010 im Deutschlandradio-Interview:

(…) „Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.“ (…)

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Verteidigungspolitische Richtlinien vom 27. Mai 2011:

https://www.bmvg.de/resource/blob/13568/28163bcaed9f30b27f7e3756d812c280/g-03-download-die-verteidigungspolitische-richtlinien-2011-data.pdf

   „Freie Handelswege und eine gesicherte Rohstoffversorgung sind für    die Zukunft Deutschlands und Europas von vitaler Bedeutung. Die    Erschließung, Sicherung von und der Zugang zu Bodenschätzen,   Vertriebswegen und Märkten werden neu geordnet. Verknappungen von   Energieträgern und anderer für die Hochtechnologie benötigter Rohstoffe bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Staatenwelt.   Zugangsbeschränkungen können konfliktauslösend wirken. Störungen  der Transportwege und der Rohstoff-und Warenströme, z.B. durch Piraterie und Sabotage des Luftverkehrs, stellen eine Gefährdung für Sicherheit und Wohlstand dar“.

   „Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität zur Wahrung seiner Sicherheit das gesamte Spektrum nationaler    Handlungsinstrumente einzusetzen. Dies beinhaltet auch den Einsatz von Streitkräften“.

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Verteidigungsminister de Maizière am 26.10.2011:

„Die Bundeswehr muss in der Lage sein, im gesamten Intensitätsspektrum zu wirken. Dazu gehört auch der Kampf. Die Bundeswehr ist keine Armee der Brunnenbohrer, und sie ist auch kein gepanzertes technisches Hilfswerk. ... Militärische Mittel sind ‚äußerstes´, nicht erst ‚letztes‘ Mittel“.

(Quelle: Zeitschrift Internationale Politik, Nov./Dez. 2011, S. 10ff)

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Im Weißbuch 2016 der Bundeswehr mit dem Titel

"Zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ stehen auf Seite 41 Aufgaben, die über die im Grundgesetz genannte Aufgabe hinausgehen:

https://www.bmvg.de/resource/blob/13708/015be272f8c0098f1537a491676bfc31/weissbuch2016-barrierefrei-data.pdf

(…) Prosperität unseres Landes und Wohlstand unserer Bürgerinnen und Bürger hängen auch künftig wesentlich von der ungehinderten Nutzung globaler Informations-, Kommunikations-, Versorgungs-, Transport- und Handelslinien sowie von einer gesicherten Rohstoff- und Energiezufuhr ab. Eine Unterbrechung des Zugangs zu diesen globalen öffentlichen Gütern zu Lande, zur See, in der Luft sowie im Cyber-, Informations- und Weltraum birgt erhebliche Risiken für die Funktionsfähigkeit unseres Staates und den Wohlstand unserer Bevölkerung. (…)

 

 

Zukunft Sichern - Abrüsten ist eine Initiative der DFG-VK Landesverband Bayern
Grundsatzerklärung der DFG-VK:
"Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit.
Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen
und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten."