Zukunft sichern - Abrüsten!

Keine Atomwaffen!

Es gibt derzeit ca 14 000 Atomsprengköpfe auf der Welt. 20 davon lagern in Deutschland (Büchel in Rheinland Pfalz).

Zur Einschätzung der aktuellen Gefahr eines Atomkrieges:

Bombenstimmung: Kalter Krieg- neues Wettrüsten 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Atombombe auf Hiroshima hat 300 000 Menschen getötet. 

mehr Infos: www.atomwaffenfrei.de

 

 

 

 

 

 


"Die Präsidenten Biden, Putin und Xi haben in den vergangenen Monaten alle das Grundprinzip bekräftigt, dass «ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf.»  Angesichts dieser positiven Entwicklung fordern die Leiter der Gruppen, die sich mit Rüstungskontrolle, Nuklearpolitik und internationaler Sicherheit beschäftigen, die P5 [= die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates] auf, diese wichtige Erklärung gemeinsam zu bekräftigen.“

Die Quelle, in englisch:

https://www.europeanleadershipnetwork.org/group-statement/leadership-groups-call-on-china-france-russia-the-united-kingdom-and-united-states-to-jointly-reaffirm-a-nuclear-war-cannot-be-won-and-must-never-be-fought/?mc_cid=ebe4b2890c&mc_eid=e8dd72d82b

Wenn die Führer der Atomwaffenstaaten sagen würden, dass der Atomkrieg nicht geführt werden darf, wäre das durchaus beruhigend. Die USA und die NATO-Staaten müßten erklären, dass sie niemals als erste Atomwaffen einsetzen werden.

Noch besser wärs, wenn unter US-Präsident Biden, alle Atomwaffen- Modernisierungs- Projekte gestoppt würden, die darauf abzielen, einen Atomkrieg führbar und gewinnbar zu machen. Ausführlicher im nachfolgenden Kommentar.

Eine Atempause und Grund zur Hoffnung?  (Kommentar von Thomas Rödl)

Zur Verlängerung der Gültigkeit des START- Vertrages

Strategic Arms Reduction Treaty

Der Vertrag begrenzt die Zahl der strategischen Atomsprengköpfe und Trägermittel der USA und Russlands.

Die Präsidenten der USA und Russlands haben unlängst erklärt, dass sie die Bestimmungen des Vertrages weiterhin beachten wollten. Zusätzlich haben sie sich jetzt zu einem persönlichen Gespräch getroffen. Das ist ja mal ein gutes Zeichen und gibt Anlass zur Hoffnung auf weitere Vereinbarungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung.

Alle bisherigen Rüstungskontrollvereinbarungen haben die Modernisierung der Systeme und die Entwicklung neuer Waffensysteme nicht verboten. Während der Gültigkeit der Abkommen können also „modernisierte“ Waffensysteme in Dienst gestellt werden.

Die Kommentierung der Abkommen in den Medien ist meist oberflächlich, daher ein paar Anmerkungen:

Während der Verhandlungen sollten keine neuen Waffensysteme in Dienst gestellt werden. Das betrifft neue Sprengköpfe und neue ballistische Raketen für U-Boote, das betrifft superschnelle Raumgleiter und schnelle Cruise-Missiles, das betrifft neue Tarnkappenbomber (B21 Raider).

https://www.no-militar.org/index.php?ID=32 Übersicht neue Angriffswaffen der USA

Das betrifft auch die geplante Modernisierung der Atombomben in Europa. Die neuen „Aegis“- Stützpunkte in Polen und Rumänien sollten nicht mit Raketen bestückt werden, schon gar nicht mit atomaren „Tomahawk“- Marschflugkörpern. Ein Stopp aller Maßnahmen der „Modernisierung“ der Atomwaffen wäre der wichtigste, einfachste und billigste Schritt zur Vertrauensbildung. Das würde das atomare Kräfteverhältnis auf dem derzeitigen Stand einfrieren und unsere Sicherheitslage stabilisieren.

Auch der Zusammenhang mit den Systemen der Raketenabwehr wird meist übersehen. Wenn die Zahl der Trägersysteme verringert wird, was ja durchaus wünschenswert ist, gewinnt eine auch geringe Zahl von Abwehrsystemen (ABM) größere Bedeutung. Am besten für die Stabilisierung des Systems der gegenseitigen gesicherten Zerstörungsfähigkeit (MAD), wäre ein Wiederinkrafttreten des ABM- Vertrages, den die USA 2001/2 gekündigt haben. Oder zumindest eine stillschweigende Vereinbarung, die damals festgelegte zahlenmäßige Begrenzung der ABM-Systeme respektieren zu wollen. (zum Stand der ABM- Rüstung: https://www.no-militar.org/index.php?ID=31 )

Es hängt wesentlich von der Administration des demokratischen Präsidenten der USA ab, ob die Fortsetzung der Gültigkeit des START-Abkommens für die weitere Modernisierung und Perfektionierung der Angriffs- und Abwehrwaffen genutzt wird, oder für Maßnahmen der Rüstungskontrolle und Abrüstung.

Wenn von der „Sicherheitsarchitektur der NATO“ die Rede ist, sollten wir diese Zusammenhänge im Auge behalten.

Die Zusammenhänge ausführlicher in der Denkschrift der DFG-VK Bayern: Schritte zum Krieg - Schritte zum Frieden, von 2020, 

hier: https://www.no-militar.org/index.php?ID=23

Der Verfasser freut sich über gute Argumente in jeder Richtung.                                              17.6.2021

 


Deutschland hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet und er verbietet Deutschland die Verfügungsgewalt über Atomwaffen. Auch andere Bereiche des Völkerrechts sind mit Atomwaffen nicht vereinbar, darunter das Humanitäre Völkerrecht, Menschenrechtsnormen (insbesondere das Recht auf Leben), Umweltrecht, Völkerstrafrecht, Weltraumrecht. Nicht nur der Einsatz, bereits die Drohung mit Atomwaffen ist völkerrechtswidrig und ein Verbrechen.

Am 26. März 2010 beschloss der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend einen Antrag, in dem es heißt: "Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, sich ... mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen". Dieser Beschluss wurde bis heute nicht umgesetzt. Stattdessen trägt die aktuelle Bundesregierung den Ersatz der in Büchel stationierten Atomwaffen durch moderne Atombomben mit. Außerdem will sie neue Trägerflugzeuge beschaffen(Bomber F18), damit die deutsche Luftwaffe nach Ausmusterung der Tornado-Kampfflugzeuge den Einsatz der Atombomben trainieren und ggf. ausführen kann.

Ein Atomkrieg, selbst wenn er nur regional stattfinden sollte, würde durch den damit  verursachten nuklearen Winter die Existenz der Menschheit bedrohen. Ein Atomkrieg, bewusst begonnen mit der Aussicht auf Gewinnbarkeit, zur Abwehr einer drohenden militärischen Niederlage oder aus Versehen, kann nur verhindert werden, wenn die Atomwaffen beseitigt werden.

Wir fordern die Unterzeichnung des  Atomwaffenverbotsvertrages (AVV) durch die Bundesregierung als einen Schritt zu einer atomwaffenfreien Welt, die Aufgabe der nuklearen Teilnahme und den Abzug der Atomwaffen aus Büchel.


Atomkrieg ist möglich

(Ausführlicher im Memorandum "Bombenstimmung")  http://www.no-militar.org/index.php?ID=23

Die Waffenarsenale sind da.

Ein Atomkrieg aus Versehen

wegen Fehlalarm, Fehlwahrnehmung. Denn die Atommächte leben ständig in  der Angst vor einem Überraschungsangriff mit Hunderten von Atomsprengköpfen, einem Überraschungsschlag, gar einem Entwaffnungsschlag; der sie militärisch und politisch handlungsunfähig machen könnte. Daher die Haltung: Wir müssen jederzeit zuschlagen bzw. zurückschlagen können. Denn wer abwartet könnte verlieren.

Also könnte ein falscher Alarm einen atomaren Vernichtungskrieg auslösen.

Diese Situation wird verschärft, wenn die Warn- und Kommandosysteme durch eine  Cyber- Attacke ausgeschaltet oder manipuliert werden.

ein Atomkrieg ist möglich, wenn die Abschreckung nicht mehr funktioniert

Abschreckung durch Fähigkeit zur Vergeltung:

Wer angegriffen wird, hat immer die Fähigkeit zu einem vernichtenden Vergeltungsschlag. Wer angreift, hat keinen Vorteil, denn es gilt: Wer als Erster schießt, stirbt als Zweiter.  Diese Situation wurde als „gegenseitige gesicherte Zerstörungsfähigkeit“ bezeichnet; englisch „Mutual Assured Destruction“, kurz „MAD“. So wurde in den 70er und 80er Jahren die atomare Abschreckung mit Zehntausenden Atomwaffen gerechtfertigt. (3)

Raketenabwehr: ABM Systeme

ABM = Anti Ballistic Missiles. Das sind Raketen zur Zerstörung von anfliegenden ballistischen Raketen (bzw. Flugkörpern bzw. Atomsprengköpfen). Seit den 60er Jahren werden ABM- Systeme entwickelt und getestet. Bald war absehbar, dass die Aufstellung von Abwehrraketen die jeweilige Gegenseite veranlassen wird, ihrerseits Abwehrraketen und noch mehr Angriffsraketen aufzustellen. Die Atommächte würden einen ruinösen Wettlauf zwischen immer mehr Angriffsraketen und immer mehr Abwehrraketen beginnen und doch keine Sicherheit und Stabilität erreichen können. (1)

ABM-Vertrag - Grundlage der Entspannungspolitik

Im ABM Vertrag von 1972 haben sich die USA und die Sowjetunion darauf geeinigt, keine weiteren Abwehrraketen aufzustellen. Auf dieser Grundlage sollte über die Verringerung der Zahl der Angriffsraketen verhandelt werden. (2) Damit wurde festgeschrieben: Wir verzichten auf einen Schutzschirm durch Abwehrraketen.  (4) In langwierigen Verhandlungen vereinbarten die USA und die Sowjetunion eine Begrenzung und später auch eine zahlenmäßige Verringerung der Zahl der Angriffswaffen und Atomsprengköpfe.

Rüstungskontrolle

Rüstungskontrollpolitik sollte durch Verträge zur Begrenzung der Zahl von Waffensystemen, kontrolliert durch Überprüfungsmaßnahmen im gegenseitigen Einverständnis, die Gefahr eines Krieges verringern. (5)

Abschreckung plus Rüstungskontrolle plus Entspannungspolitik sollte den Atomkrieg verhindern. Das schien ja auch ganz einleuchtend. Damit war eine Perspektive gegeben, wie die Staatengemeinschaft, durch weitere Abkommen und Aufbau von gegenseitigem Vertrauen, zu Abrüstung und Abschaffung der Atomwaffen kommen könnte.

Einseitige Wende in der Rüstungskontrollpolitik

US- Präsident George W. Bush hat 2001 den ABM Vertrag gekündigt. Der Vertrag sei ein Relikt aus dem Kalten Krieg, die neuen Abwehrsysteme dienten dem Schutz vor Angriffen von „Schurkenstaaten“ oder Terroristen, man werde die ABM- Technik mit den NATO-Partnern und Russland teilen. Das ist nicht geschehen. Die Botschaft an Russland war: Wir akzeptieren die Verwundbarkeit nicht mehr, wir wollen die Überlegenheit! Russland hat die Aufrüstung bei ABM- Systemen immer als feindselige Maßnahme betrachtet, die die eigenen Atomwaffen entwerten. (6) (Trotzdem gab es noch weitere START- Abkommen)

Es gibt jetzt keine rechtlichen Beschränkungen, wenn die USA weitere ABM- Einheiten aufstellen wollen. (7) Trotz Kündigung des Vertrages haben die USA bis jetzt keine größere Zahl von Abwehrsystemen installiert. Die Zahl der strategischen Abwehrsysteme liegt derzeit noch unter dem Limit des Vertrages von 1972.

Wenn es keine Begrenzung der ABM- Systeme gibt, wird es keine weitere Abrüstung bei strategischen Angriffswaffen geben. Der sogenannte START- Vertrag läuft 2021 aus. (8)

ABM in Europa ?

Die ABM- Systeme in Polen und Rumänien können die Flugbahnen der russischen Interkontinentalraketen nicht erreichen; ballistische Mittelstreckenraketen gibt’s aber nicht mehr seit der Verschrottung der SS 20. Die NATO-Raketenabwehr dient eher der Abwehr von Flugkörpern auf dem künftigen Kriegsschauplatz. (9)

Die Bezeichnung „ABM- Systeme“ war wohl nur ein Etikett, das die politische Durchsetzung fördern sollte. Die Stationierung von neuen Atomwaffen in Osteuropa wäre wohl sehr unpopulär gewesen.

Russland hat bereits angekündigt, modernere, schnellere und mobile Angriffsraketen produzieren zu wollen, die alle Abwehrsysteme überwinden können. (nächster Abschnitt)

Ein Wettlauf zwischen immer mehr Angriffs- und Abwehrraketen ist zu befürchten.

Derzeit konzentrieren sich beide Seiten auf neue Angriffswaffen.

Abschreckung durch Überlegenheit

Das Konzept der „Abschreckung durch Fähigkeit zur Vergeltung“ wurde in den letzten Jahren stillschweigend fallen gelassen. Der Begriff der Abschreckung wird zwar weiter verwendet. Doch zur neuen Abschreckung, wie sie in den Dokumenten des US- Verteidigungsministeriums entwickelt wird, gehören sowohl der präventive Angriff auf die Waffen des Gegners als auch die umfassende Abwehr von Angriffen. Nach dem Konzept „Prompt Global Strike“ wollen die US- Streitkräfte die Fähigkeit, jedes Ziel auf der Welt innerhalb einer Stunde anzugreifen. (1) Die Machtposition der Atommacht Russland (und der anderen) wird durch die strategischen Optionen bedroht, die sich aus der militärtechnischen Entwicklung ergeben. (2) Im Jahr 2020 scheinen Kriegsszenarien technisch machbar, die 1980 unrealistisch waren.

Entwaffnungsschlag

Die Zielgenauigkeit der strategischen Waffen (Raketen, Bomber, Marschflugkörper) ermöglicht ein Szenario der Zerstörung von Führungsstrukturen, Abwehrsystemen und Atomwaffen eines Gegners. Mit einem Überraschungsangriff (ein „Erstschlag“ oder „Präventivschlag“) könnte der Gegner weitgehend entwaffnet und handlungsunfähig gemacht werden. Mittel des Enthauptungsschlages sind die Bomber und Marschflugkörper mit Hyperschallgeschwindigkeit und Stealth- Technik, die Abwehrsysteme zerstören bzw. überwinden können, sowie U-Boot gestützte Marschflugkörper oder Raketen, die näher am Ziel abgefeuert werden können. (3) Entsprechend der geostrategischen Lage gehören die in Europa stationierten Atomwaffen der USA zu den Mitteln des Präventivschlages, da sie näher an den strategischen Zielen in Russland aufgestellt sind.

Ausschaltung der U-Boote

Gleichzeitig mit einem Entwaffnungsschlag müssten die raketentragenden U-Boote Russlands ausgeschaltet werden. Die Systeme der Anti-Submarine- Warfare (ASW), deutsch: U-Boot- Bekämpfung, bestehen aus einem Verbund von Horchposten, Angriffs- U- Booten und verschiedenen Lenkwaffen, die von Kriegsschiffen, Hubschraubern und Kampfflugzeugen abgefeuert werden können. Sie scheinen heute effektiver durch Verbesserung der Überwachung, der Datenauswertung, durch Verbesserung der Koordinations- und Führungsfunktionen auf der Grundlage der IT- Technik. (4)

Angriff ist die beste Verteidigung

Nachdem es eine Hundertprozentige Entwaffnung nicht geben wird, muss ein verbleibender Vergeltungsschlag mit ABM- Systemen abgewehrt werden. Die Abwehr eines Angriffes ist einfacher, wenn weniger Raketen ankommen. Die präventive Beseitigung der Raketen des Gegners ist daher jetzt ausdrücklich Teil des Konzeptes zur Raketenabwehr. Präsident Trump: „Das Ziel ist einfach. Es ist sicherzustellen, dass wir jede gegen die Vereinigten Staaten gestartete Rakete aufspüren und zerstören können- jederzeit, überall, an jedem Ort“. (5)

Entwicklung zur Instabilität

Die Dokumente der US- Kriegsplanung sprechen zwar nicht vom „Entwaffnungsschlag“, aber der Präventivschlag ist ausdrücklich Teil der Planungen. Wenn die weitgehende Entwaffnung erfolgversprechend erscheint, dann gibt es einen starken Anreiz in einer Krise, diesen Präventivschlag auch zu führen. Der Gegner wiederum muss diesem Präventivschlag zuvorkommen. Wer als erster zuschlägt, könnte am Schluss weniger Opfer haben. Die Nervosität steigt.

„Der Atomkrieg wird dann geführt wenn man glaubt, dass man ihn gewinnen kann“. (6)

Diese Situation wird verschärft, wenn die Frühwarn- und Führungssysteme einer Militärmacht durch eine Cyber- Attacke ausgeschaltet oder manipuliert werden. (7)

Auch ein begrenzter Atomkrieg wäre eine Katastrophe für Mensch und Umwelt. (8)

Daher: Der Atomkrieg wird wahrscheinlicher

 

Atomkrieg kann aus einem konventionellen Krieg entstehen

Nach der Expansion der NATO, Konfrontation in Ost- Europa, Anschluß der Krim an Russland: Manöver und Säbelrasseln. Russland wird als Feind betrachtet. Alltägliche gefährliche Begegnungen. Eskalation aus einem konventionellen Krieg, aus einem Manöver, einer Provokation, ist möglich bzw. wahrscheinlicher geworden. Die an konventionellen Waffen in einer Kriegslage (auf dem aktuellen Gefechtsfeld) unterlegene Seite kann Atomwaffen einsetzen, um eine Niederlage abzuwenden. (das war die Planung der NATO zu Zeiten des Kalten Krieges, dafür wurden Tausende taktische Atomwaffen in Westdeutschland sationiert) Und sie greift die kriegswichtigen Ziele im Hinterland des Angreifers an. Konkret: Stützpunkte der USA bzw der NATO in Westdeutschland.

Neue russische Marschflugkörper (seit 2014) können die Aufmarschwege und neuen Stützpunkte der NATO in Osteuropa angreifen.

Vgl. das Faltblatt Bombenstimmung



Atomwaffen Abschaffen!

Im Atomwaffensperrvertrag haben sich die Atommächte zur Abrüstung verpflichtet.
Im Gegenzug haben die Nicht-Atommächte auf die Beschaffung von Atomwaffen verzichtet. (1968)
In der Charta der Vereinten Nationen ist die Vision eine Weltordnung von souveränen, gleichberechtigten, als gleichwertig betrachteten Staaten entworfen, die auf Gewalt verzichten und ihre Probleme im Geist der Zusammenarbeit lösen.„Gleichberechtigt“ und „Zusammenarbeit der Staaten“. Aber: Es gibt die privilegierten Mächte, die Atom-Mächte, die im Sicherheitsrat das Vetorecht haben. Ihr Privileg beruht vor allem auf der Existenz der Atomwaffen. Im Atomwaffen-Sperrvertrag von 1968 sollte dieses Dilemma mit der Privilegierung einerseits und zweitrangigen Nationen andererseits aufgelöst werden, und zwar durch die Abschaffung der Atomwaffen. Im Atomwaffen-Sperrvertrag verpflichteten sich die Atommächte zur Abrüstung und die Nicht-Atomwaffen-Besitzer verzichteten auf den Erwerb von Atomwaffen. Dieser Verpflichtung zur Abrüstung  - zur Abschaffung der Atomwaffen und zur allgemeinen Abrüstung – sind die Atomwaffen-Mächte notorisch nicht nachgekommen. Indien und andere Staaten haben das immer wieder eingefordert. Allgemeine Abrüstung wird aber als unrealistisch betrachtet. Und dass die Atommächte, darunter auch die europäischen NATO- Staaten (Großbritannien und Frankreich), hier ihre Verpflichtung nicht einhalten, wird völlig ausgeblendet.

Ein deutscher Beitrag:

Der einseitige Ausstieg aus der sogenannten atomaren Teilhabe. Die Verteidigungsministerin könnte von heute auf morgen sagen: Keine Tornados mehr, die den Abwurf von Atombomben üben! Wir haben zwar diese Tornado- Bomber, aber wir fliegen nicht mehr damit und lassen sie vergammeln.
Dann könnte die Bundesregierung die USA auffordern, die  Atombomben aus Büchel abzuziehen. 2010 hat der deutsche Bundestag mit Zustimmung aller Parteien beschlossen, die Regierung solle über deren Abzug verhandeln. Sie würde viel Unterstützung dafür kriegen durch die Bevölkerung – nicht nur hierzulande, sondern auch in Holland, Belgien, Italien und so weiter.

Damit würde den USA und den anderen NATO- Staaten deutlich vermittelt: Wir wollen uns nicht darauf vorbereiten, einen Atomkrieg zu führen.

Postkarten und Briefaktion aus Anlaß 75 Jahre Hiroshima; http://www.no-militar.org/index.php?ID=35


 

BürgerInnen und Atomwaffen

 

In der Sonderausgabe des Munich Security Reports zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik (vom Oktober 2020) gibt es interessante Umfrageergebnisse. Für den Report wurde u.a. gefragt, ob Deutschland auch künftig auf Abschreckung durch Atomwaffen setzen solle. 66 % haben darauf mit

"Nein, [Deutschland] sollte ganz auf Abschreckung durch Atomwaffen verzichten"

geantwortet. Zur Erklärung steht dort: "In Gesprächen gestehen Vertreter der sicherheitspolitischen Elite ein, dass man sich nicht darüber wundern dürfe, wenn man öffentlich kaum über die Tatsache rede, dass Russland massiv in neue nukleare Fähigkeiten investiere, die auch Deutschland bedrohten." Ob die Ablehnung der nuklearen Abschreckung wirklich nur auf ein Mangel an Wissen über die bösen, neuen russischen Atomwaffen zurückzuführen ist, wage ich mal zu bezweifeln.

Die Umfrage wurde von forsa durchgeführt. Die Rohdaten konnte ich noch nirgendwo finden, aber wenn ihr euch die Publikation selber anschauen möchtet, könnt ihr dies hier tun: https://securityconference.org/assets/01_Bilder_Inhalte/03_Medien/02_Publikationen/MSC_Germany_Report_10-2020_De.pdf.


Presseerklärung vom 07. Juli 2020

Greenpeace Umfrage: Große Mehrheit für Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags

Deutschland soll keine Kampfflugzeuge für Atomwaffen anschaffen

Hamburg, 7. 7. 2020 – Die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags durch die deutsche Bundesregierung befürworten 92 Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar anlässlich des heutigen Jahrestages des UN-Atomwaffenverbotsvertrags im Auftrag von Greenpeace durchgeführt hat (online hier act.gp/2Dg82SM:). Dieser verbietet u.a. Produktion, Test, Erwerb, Stationierung und den Einsatz von Kernwaffen. „75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki hat die deutsche Bevölkerung eine klare Haltung gegen Atomwaffen auf deutschem Boden. Es ist daher überfällig, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen“, sagt Christoph von Lieven, Greenpeace-Sprecher für atomare Abrüstung.

Deutliche Mehrheit gegen Kauf von atomwaffentragfähigen Kampfjets
Auf die Frage „In Deutschland sollen die bisher genutzten Tornado-Kampfjets durch neue Kampfflugzeuge ersetzt werden. Fänden Sie es richtig oder falsch, wenn ein Teil dieser neuen Kampfflugzeuge zum Abwurf von Atombomben geeignet wäre?“ finden sich parteiübergreifend große Mehrheiten: Insgesamt lehnen 78 Prozent der Befragten den Kauf von Kampfflugzeugen als Atomwaffenträger ab. 74 Prozent der SPD-Anhänger und -Anhängerinnen sprechen sich dagegen aus, bei den Unionsanhängerinnen und -anhängern sind es 80 Prozent. 89 Prozent der Unterstützer und Unterstützerinnen von Bündnis 90/Die Grünen sind gegen die Anschaffung, unter den Anhängerinnen und Anhängern von FDP sind es 65 Prozent. 89 Prozent der Unterstützerinnen und Unterstützer der Linken sind gegen die Anschaffung. Unter den Befragten, die sich politisch der AFD zuordnen, sprechen sich 74 Prozent gegen den Kauf aus. Das Meinungsforschungsinstitut Kantar hat für Greenpeace im Zeitraum vom 1.2. Juli 2020 1008 Personen befragt.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kündigte im April an, die überalterte Tornado-Flotte durch Eurofighter und F-18-Kampfflugzeuge zu ersetzen. Im Bundestag hatte sich anlässlich der Tornado-Nachfolge eine Diskussion um die erweiterte nukleare Teilhabe Deutschlands entwickelt. Während die SPD-Spitze um den Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich für den Abzug der US-amerikanischen Atombomben aus Deutschland plädierte, sprachen sich Mitglieder der Union inzwischen für den Beibehalt dieser aus. „Unter der Regierung von CDU und FDP hat der Bundestag bereits 2010 beschlossen, die US-amerikanischen Atombomben aus Deutschland abzuziehen. Das ist nie umgesetzt worden. Statt Milliarden von Steuergeldern für eine veraltete und gefährliche Abschreckungsdoktrin zu verschwenden, sollte die Union diesen Beschluss endlich in die Tat umsetzen. Dies wäre eine ökonomisch wie sicherheitspolitisch zeitgemäße Entscheidung“, so von Lieven.

Greenpeace setzt sich ein für das friedliche Lösen von Konflikten, den Erhalt demokratischer Rechte, ein Rüstungsexportverbot in Drittländer, Krisen- und Kriegsgebiete sowie weltweite atomare Abrüstung und Umweltschutz.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Christoph von Lieven, Tel. 0171–8780802, und Pressesprecherin Ildiko Mannsperger, Tel. 0170-7340936.
Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email presse@greenpeace.de; Greenpeace auf Twitter: http://twitter.com/greenpeace_de, auf Facebook: www.facebook.com/greenpeace.de


Zur andauernden Gefahr eines Atomkrieges und was dagegen getan werden sollte: Matthias van der Minde:

„Die meisten Menschen haben auch früher nicht begriffen, was es heißt, unter der Bombe zu leben“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=41491

viele Infos zu Atomwaffen: http://www.atomwaffena-z.info/


Viele Deutsche halten einen Atomkrieg für wahrscheinlich

Aktuell: vom 5.12. 2017

Jeder dritte Deutsche hält einen Atomkrieg in den nächsten zehn Jahren für wahrscheinlich. In einer YouGov-Umfrage für die Deutsche Presse-Agentur vertraten 32 Prozent diese Auffassung. Nur 13 Prozent halten ein solches Szenario für ausgeschlossen. 41 Prozent meinen, ein Atomkrieg sei nicht wahrscheinlich. Die Beteiligung Deutschlands an der nuklearen Streitmacht der Nato wird von einer deutlichen Mehrheit abgelehnt. 61 Prozent plädieren für den Abzug der in Deutschland verbliebenen US-Atombomben, nur 18 Prozent sind dagegen.

Die nukleare Bewaffnung hat in den vergangenen Jahren im Zuge des Nordkorea-Konflikts und der Ukraine-Krise wieder an Bedeutung gewonnen. Nach Expertenschätzung sind noch etwa 20 Atombomben auf dem Fliegerhorst der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert. Im Ernstfall sollen sie von deutschen "Tornado"-Kampfjets abgeworfen werden. SPD-Chef Martin Schulz hat wie auch die Linke und die Grünen im Wahlkampf den Abzug der Waffen mit der vierfachen Sprengkraft der Bomben von Hiroshima gefordert. Eine Mehrheit der Befragten verlangt von der Bundesregierung auch die Unterzeichnung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen. 55 Prozent sind dafür, 23 Prozent dagegen. Der Vertrag war im Juli von 122 der 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beschlossen worden.

Alle Atommächte und fast alle Nato-Staaten inklusive Deutschland boykottierten diesen Vertrag. Die Bundesregierung begründet ihre Haltung damit, dass ein solcher Vertrag keinen Sinn ergibt, solange nicht alle Atommächte beitreten. Sie setzt auf eine schrittweise atomare Abrüstung auf anderen Wegen. Davon ist faktisch nichts zu bemerken.


Hier eine Seite mit laufenden Einträgen zu Fragen von Atomkrieg und den Folgen des Abwurfs einer Atombombe:

https://www.facebook.com/CeterumCenseoInitiative/

https://medium.com/@UHoegg

Zukunft Sichern - Abrüsten ist eine Initiative der DFG-VK Landesverband Bayern
Grundsatzerklärung der DFG-VK:
"Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit.
Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen
und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten."